Leben und Werk von Dr. med. Wilhelm Heinrich Schüssler

Mineralstoffe wurden schon seit alters her für die Pflege der Gesundheit genutzt. Schon vor mehreren Jahrtausenden wurden in Indien und Ägypten Heilmittel entwickelt, die auf mineralischer und pflanzlicher Grundlage basierten. Im alten Rom wurde gebadet, um die Auswirkung der Völlerei erträglich zu machen. Auch die Erfolge vieler Kurbäder, die in den letzten Jahrhunderten erblühten, sind auf den mineralischen Gehalt des Wassers zurückzuführen.

Wilhelm Heinrich Schüssler wurde am 21. August 1821 in Zwischenahn nahe Oldenburg in Norddeutschland geboren. Im Jugend- und jungen Erwachsenenalter befasste er sich zunächst vor allem mit Sprachen und eignete sich umfassende Kenntnisse in Latein, Griechisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Englisch an; später studierte er auch die altindische Sprache „Sanskrit.“

Der Besuch der Universität und damit das Medizinstudium war ihm erst mit über dreissig Jahren möglich. Schüssler studierte in Paris, Berlin und Giessen, wo er sich neben den medizinischen Fächern auch noch der Homöopathie widmete. Im August 1857 schloss er das Studium mit dem Staatsexamen ab. Nach einigen Auseinandersetzungen mit den Behörden konnte Dr. Schüssler im Januar 1858 seine Praxis in Oldenburg eröffnen, wo er von Beginn an als homöopathischer Arzt arbeitete.

Durch die Forschung von Jacob Moleschott und Justus von Liebig, die sich in ihrer Arbeit vor allem mit dem Mineralhaushalt der Tiere, Pflanzen und des Bodens befassen, und durch die Erkenntnisse des Zellularforschers Rudolf Virchow wurde Schüssler zu seinen Untersuchungen über die Wirkung der Mineralstoffe im menschlichen Organismus angeregt. Nachdem er einige Jahre die Homöopathie praktiziert hatte, konzentrierte er sich mehr und mehr auf die damals bekannten mineralischen Funktionsmittel des menschlichen Organismus. 1873 veröffentlichte er erstmals einen Artikel über seine Forschung, was zur Folge hatte, dass er von den damaligen Homöopathen angegriffen wurde, weil er in Dosierungen und Wahl der Mittel von einigen homöopathischen Grundsätzen abwich. Im Laufe der Zeit mussten jedoch auch die Vertreter der Homöopathie die weitreichende Wirkungsweise der Schüssler-Mineralstofftherapie anerkennen. Dr. Schüssler verfochte seine Arbeit mit grosser Geradlinigkeit und konnte in den darauffolgenden Jahren seine Therapie mit vielen Heilerfolgen untermauern. Kurz vor seinem Tode am 30. März 1898 ergänzte er noch die 25. Auflage seiner „Abgekürzten Therapie“, die heute noch als Grundlage dieser Heilweise dient.

Um das Verhältnis von Milchzucker und Mineralstoff zu veranschaulichen, stellen wir die zwei üblichen Potenzen in ein Zahlenbeispiel:
D6 entspricht einem Verhältnis von eins zu einer Million (1 : 1 000 000) oder 1 g Mineralstoff in 1 000 kg Milchzucker.
D12 entspricht einem Verhältnis von eins zu einer Billion (1 000 000 000 000 000) oder
1 g Mineralstoff in 1 000 000 Tonnen Milchzucker.
Diese feine Aufbereitung führt dazu, dass die Mineralstoffe bei der Einnahme über die Mundschleimhäute ins Blut übertreten und dann unmittelbar von den Zellen aufgenommen werden können.


Der Unterschied zur Homöopathie

Wilhelm Heinrich Schüssler war wie Samuel Hahnemann bestrebt, eine Therapie aufzubauen, die mit Hilfe natürlicher Stoffe die Gesundheit des Menschen fördern soll. Genau so unterschiedlich wie ihr Naturell waren auch die Ansätze in ihrer Forschungsarbeit.
Schon allein im Grundsatz der Mittelwahl besteht ein wesentlicher Unterschied zwischen der Biochemie und der Homöopathie. Während bei der Biochemie nach Dr. Schüssler die dem Menschen fehlenden Mineralstoffe auf der Funktionsmittelebene durch feine Gaben ergänzt werden, wird in der Homöopathie das Mittel nach dem Ähnlichkeitsprinzip gesucht. In der Homöopathie wird ermittelt, welche Arznei von ihrem Mittelbild her den Symptomen des zu behandelnden Menschen am ähnlichsten ist. Dabei werden vielfach auch Mittel eingesetzt, die im Organismus nicht vorhanden sind. Bei den Schüsslersalzen handelt sich ausschliesslich um Substanzen, die im gesunden Körper in ausgewogenem Masse ausreichend vorhanden sind. Die Wirkungsweisen müssen nicht immer mit dem Krankheitserscheinungsbild übereinstimmen, weil das Fehlen eines Mineralstoffes verschiedene Auswirkungen auf das feine Zusammenspiel der Organe und der Organfunktionen hat. So kann ein Mineralstoff wichtig sein, der mit dem Symptom keine direkte Beziehung hat, weil eine ganze Kette von Wirkungen von Symptom bis zur Ursache vorhanden sein kann und der ursächliche Bedarf nicht sofort zu erkennen ist.

Auch die Einnahmemengen unterscheiden sich deutlich in der Homöopathie und Biochemie.
In der Homöopathie wird entweder mit alkoholischer Lösung oder Globuli gearbeitet, während in der Biochemie vorwiegend Tabletten oder Pastillen von 1/4 g eingesetzt werden. In der Homöopathie werden je nach Indikation zwischen wenigen Globuli auf einige Monate verteilt bis dreimal 5 Globuli pro Tag verordnet; in der Biochemie werden bei chronischen Zuständen von einem Mineralstoff ca. 6 Tabletten täglich eingenommen, in akuten Situationen können es auch bis 30 Tabletten stündlich sein. Daraus ergibt sich ein sehr grosser Unterschied allein von der Menge her. Gewichtsmässig entsprechen etwa 15 Globuli einer biochemischen Pastille. In der Biochemie nach Dr. Schüssler wird deshalb im Vergleich zur Homöopathie von einem Mineralstoff ein Mehrfaches an Ionen eingenommen, sofern es sich um die gleiche Potenz handelt. Mit den homöopathischen Arzneimitteln soll ein Reiz gesetzt werden, auf den der Organismus reagiert und damit eine Korrektur oder Gesundung einleitet. In der Biochemie werden fehlende Funktionsmittel durch Einnahme von geringen Mengen desselben Stoffes ergänzt. Durch die verschiedenen Betrachtungsweisen ergeben sich immer wieder Kontroversen über die richtige Therapie und ihre richtige Anwendung. Viele Therapeuten machen eigene Erfahrungen, die nicht immer mit den Lehrsätzen der Gründerväter der jeweiligen Therapie übereinstimmt und doch zu Erfolgen führen. Es scheint jedoch gerechtfertigt, dass jeder Therapeut und jede Therapeutin entsprechend ihrer individuellen Veranlagung und ihrer eigenen Wesensart einer Therapie-richtung folgt. Letztendlich geht es ja um die Unterstützung eines hilfesuchenden Menschen, und es gilt herauszukristallisieren, wie ihm die beste Unterstützung für eine seelische und körperliche Gesundheit zukommt.

Homöopathie und Biochemie sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden. Keinesfalls ist die Biochemie eine reduziert oder vereinfachte Homöopathie. Es sind zwei unterschiedliche und eigenständige Therapien mit verschiedenen Betrachtungsweisen, die sich auch gegenseitig befruchten und ergänzen können.

Richard Kellenberger / Fridrich Kopsche (Ein Tor zu körperlicher und seelischer Gesundheit)


Was sind Mineralstoffe nach Dr. Schüssler

Forschungsleitsätze

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